Laubbläser – muss das wirklich sein?

08. Juli 2016

Laubbläser – muss das wirklich sein?

Wer kennt sie nicht? Im Herbst sind sie im Einsatz, um das gefallene Laub der Bäume wegzupusten. Und wer hat sich noch nicht darüber geärgert, dass Motor-Laubbläser einen unheimlichen Krach machen und Abgase in die Luft pusten, die alles andere als angenehm sind?

Doch inzwischen haben diese Monster das ganze Jahr Saison, um alles mögliche an liegen gebliebenen Sachen, die von Bäumen fallen, zu beseitigen. Gerade erst heute früh sind mir 2 von diesen Dingern begegnet. Und ich frage mich, ob das sein muss. Es gibt mindestens drei wesentliche Aspekte, weshalb diese Teile verboten werden sollten:

Die Lärm- und Geruchsbelästigung für Passanten ist enorm. Diese Geräte werden natürlich auch im Innenstadtbereich benutzt, ohne dass sie eine grüne Umweltplakette tragen müssen. Ich bin mir sicher, dass die Verbrennungsmotoren ihren Beitrag an der Feinstaubbelastung leisten. Der Krach ist nicht nur für Anwohner sondern vor allem für diejenigen, die mit Laubbläsern herumhantieren müssen, ohrenbetäubend.

Die Laubbläser pusten nicht nur die Blätter weg, sondern vernichten dabei so gut wie alle Lebewesen und Mikroorganismen im Boden und bringen damit dieses Öko-System aus dem Gleichgewicht. Darüber hinaus ist es für den Boden und die Nützlinge sowieso besser, das Laub liegen zu lassen. Es dient als natürlicher Dünger und als Schutz für Käfer und Würmer, die sich darin aufhalten sowie als Nahrung für Regenwürmer, die das Laub nach und nach in den Boden ziehen. Über die Bedeutung von Regenwümern für unseren Boden und das Öko-System folgt ein weiterer Bericht.

Auch gesellschaftlich ist der Nutzen von motorbetriebenen Laubbläsern in Frage zu stellen. Man könnte meinen, es würde die Produktivität bei der Straßenreinigung erhöhen. Wo bleibt dieser Produktivitätsfortschritt? Hat irgendjemand schon festgestellt, dass die Straßenreinigungsgebühren deswegen reduziert wurden? Eher das Gegenteil ist der Fall. Die Anschaffung (und die Wartung und Instandhaltung) dieser Geräte kosten auch Geld. Das, was an Personal bei der Straßenreinigung eingespart werden kann, wird auf der anderen Seite in diese Geräte investiert. Verkürzt gesagt werden also lokale Arbeitsplätze ersetzt.

Deshalb hier der Aufruf: Greift zur ökologischen Alternative, denn nicht alles, was technologisch neu entwickelt wird, ist wirklich nützlich. Und wenn es etwas länger damit dauert, na und? Etwas mehr Müßiggang tut uns allen gut 🙂

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(Beitragsbild: Foto: Thomas Kunz
Quelle: Badische Zeitung)