An vielen Stellen wurde bereits darauf aufmerksam gemacht, dass insbesondere in den westlichen „Wachstumsgesellschaften“ enorm große Mengen an brauchbaren Lebensmitteln weggeworfen werden.

Von den Nahrungsmitteln, die es in unsere Küche schaffen, werden nach einer WWF-Studie rund 12% weggeworfen. Pro Jahr macht das etwa 80 kg essbarer Lebensmittel pro Person. Rechnet man das auf Deutschland hoch, ergibt das eine Menge von täglich ca. 1.000 bis oben hin vollgeladenen LKW. Erschreckend.

Wir kaufen beispielsweise Obst und Gemüse nicht in Packungen, sondern nehmen alles lose. Dadurch kaufen wir wirklich nur das, was wir auch wirklich brauchen, und nehmen lieber eher zu wenig als zu viel. Das spart auch Verpackungsmaterial.

Das „Mindesthaltbarkeitsdatum“ ist auch eine Ursache für Lebensmittelverschwendung. Es wird nicht nur von einigen Herstellern gerne kürzer angegeben als nötig, um einfach öfter und dadurch mehr zu verkaufen, es besitzt auch sonst eine fragwürdige Aussagekraft. Aus eigener Erfahrung aus meinem bisherigen Berufsleben und als „Entspannungskoch“ zu Hause weiß ich, dass beispielsweise Milchprodukte während der Zeit MHD dieselben (sensorischen) Eigenschaften aufweisen sollen, was ja nicht gleich bedeutet, dass das Produkt danach unbrauchbar oder ungenießbar wäre (außer vielleicht bei Fleisch und Fisch). Gekühlte und ungeöffnete Fruchtjoghurts oder Schlagsahne z.B. halten sich noch mehrere Wochen länger. Man muss sich einfach auf seinen gesunden Menschenverstand und seine Sinne verlassen. Ich sehe, rieche und schmecke doch, ob ein Lebensmittel verdorben ist oder eben nicht.

Viele Lebensmittel schaffen es jedoch nicht einmal in unsere Wohnungen. Sie erfüllen nicht die Normen des Handels (Stichwort „Gurkenkrümmung“) oder sie werden auf den teilweise der Globalisierung geschuldeten extrem weiten Strecken weggeworfen. Die langen Lieferwege haben zudem den Nachteil, dass viele Früchte unreif geerntet werden, damit sie den Transport überstehen – was sich negativ auf den Geschmack auswirkt, der sich aufgrund der mangelnden Reife nicht voll ausgebildet hat.

Vor zwei Jahren hat das ZDF eine Reportage von Claus Kleber und Angela Andersen ausgestrahlt, in der noch weitere, ganz massive Auswirkungen auf die Lebensmittelversorgung der Bevölkerung auf der Welt gezeigt werden. Das wohl unglaublichste Business dabei ist das Zocken auf steigende Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse.

Es wäre im Übrigen möglich, ohne Einsatz von Chemikalien und genmanipuliertem Saatgut, sprich mit ökologisch und somit Boden schonend erzeugten Nahrungsmitteln in höchster Qualität die Weltbevölkerung zu ernähren. Doch das würde nicht dem Wachstumsprinzip dienen (Quelle: Markus Bogner, „Selbst denken, selbst machen, selbst versorgen“, erschienen im Oekom-Verlag).