Qualmender Auspuff

Bildquelle: Gabi Eder / pixelio.de

Die headlines from hell aus Wolfsburg nehmen scheinbar kein Ende. Der wegen des Abgasskandals zurückgetretene Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn soll eine Art Rente von Volkswagen erhalten. Wie hoch seine Bezüge insgesamt gewesen sein werden, lässt dich nur erahnen.

Dieser Tage wird bekannt gegeben, dass die gechasste Vorständin Christine Hohmann-Dennhardt nach einer gerade einmal 13-monatigen Amtszeit eine Abfindung in Höhe von 12 Mio. € erhalten würde. Das Zynische daran ist, dass Frau Hohmann-Dennhardt ausgerechnet den Bereich „Ethik“ verantwortete. Zuvor war sie SPD-Landesministerin und wurde vom SPD-Ministerpräsidenten protegiert.

Der ganze Abgasskandal an sich ist ungeheuerlich und es ist mir nicht klar, wie diejenigen, die das angezettelt haben, nicht zur Verantwortung gezogen werden können. Die Politik (Landesregierung von Niedersachsen, das Kraftfahrtbundesamt und der diesem Amt übergeordnete Bundesverkehrsminister) steckt genauso tief drin wie die Manager*innen. Die Kanzlerin muss auch davon gewusst haben. Die Politik hat vorsätzlich „weggeschaut“ und die Machenschaften der Automobilindustrie gedeckt – und es ist ja aller Wahrscheinlichkeit nach nicht nur Volkswagen mit dieser kriminellen Energie ans Werk gegangen.

Der Schaden, der Verbrauchern dadurch entstanden ist, dass sie einen Wagen gekauft haben, bei dem sie davon ausgingen, dass er relativ schadstoffarm sei, ist das eine. Der großangelegte Betrug und dadurch verursachte Schaden am Gemeinwohl durch den erhöhten Schadstoffausstoß ist das andere.

Natürlich darf man nicht erwarten, dass die Automobilindustrie ernsthaft ökologische Ziele verfolgt Dieser Skandal zeigt jedoch deutlich, wozu Konzerne und deren Manager bereit sind. Sie setzen bewusst für ihre Wachstumsinteressen unsere Gesundheit und die Zukunft unserer Kinder aufs Spiel. Die (rechnerische) Erreichung von Klimazielen durch die Reduktion des Anstiegs des CO2-Ausstoßes sind hinfällig, da bei den Berechnungen die angegebenen Abgaswerte berücksichtigt wurden.

Was müssten die Konsequenzen sein?

Strafzahlungen, die am Ende zulasten der Arbeitnehmer*innen gehen, führen jedoch nicht dazu, dass Manager*innen auch die längerfristigen Folgen ihrer Entscheidungen beachten und Verantwortung dafür übernehmen.

Wie wäre es der persönlichen Belangung von Manager*innen -notfalls mittels Haftstrafe- und die Entlassung von mitverantwortlichen Politiker*innen? Doch daran scheint kein allzu großes (öffentliches) Interesse zu liegen. Zu wichtig scheint der Motor der Deutschen Volkswirtschaft, die Automobilindustrie, zu sein. Das zeigt doch, wie sehr diese Branche mit ihren gigantisch großen Konzerne Einfluss auf politische Entscheidungen nehmen kann.

Das hat doch alles mit Wirtschaft nichts mehr zu tun.

Und wie lösen wir nun die Umweltprobleme, die durch Autos verursacht werden? Durch Elektromobilität? Wohl kaum, denn die verbraucht auch große Mengen Energie. Man sieht (und riecht) nur die Abgase nicht direkt am Fahrzeug. Wir müssen Mittel und Wege finden, drastisch weniger Energie zu verbrauchen, sonst wird’s bald eng.